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Sterbebegleitung: Gesa Dröge - Jenseitskontakte: Dr. Ernst Senkowski

RELIGIÖSE ERSCHEINUNGEN

Nachhaltige religiöse Erscheinungen

Einführung

Es mag auch heute noch nachvollziehbar sein, dass in der Religionsgeschichte eine Häufung spezieller Visionen zu verzeichnen ist. In weit zurück liegenden Berichten, beginnend mit dem Gilgamesch-Epos, verschmelzen die eventuell zugrunde liegenden Erlebnisse mit der Legendenbildung, und die Historiker haben große Mühe, die Spreu vom Weizen zu trennen. Zudem standen visionär konzipierte Inhalte nicht nur im Gegensatz zu einer  festgefrorenen Dogmatik, sie könnten - wie Michael Schröter-Kunhardt bemerkte, 'selbst an der Wiege der Religionen Pate gestanden haben'. Außerdem  lösten  manche von ihnen sie nachhaltige politische Entwicklungen aus. Die Anzahl der christkirchlich und soziokulturell  bedeutsamen Visionäre ist unübersehbar. Wir beschränken uns hier auf die Darstellung weniger hervorragender Beispiele.

Hildegard von Bingen

Einem modernen Menschen dürfte es  nahezu unmöglich sein, sich ohne vertiefstes Studium in die mittelalterliche Vorstellungswelt einzuklinken, in der wir der 1098 geborenen visionären Nonne Hildegard von Bingen begegnen.


Bildquelle: Wikipidia

Dementsprechend entstehen völlig unzureichende moderne materialistische Erklärungsversuche, wie etwa die des Neurologen Oliver Sacks, der Hildegards Visionen als 'Symptome einer schweren Migräne', speziell aufgrund der von ihr geschilderten Lichterscheinungen (Auren), auffasst. Sacks und andere moderne Naturwissenschaftler gehen davon aus, dass Hildegard an einem Skotom litt (herabgesetzte Empfindlichkeit des Gesichtsfeldes), das diese halluzinatorischen Lichtphänomene hervorrief.
Noch abwegiger kann die Behauptung erscheinen, Hildegards Visionen seien auf atmosphärische Halos zurückzuführen. Sie selbst schreibt in ihrer Autobiographie:
'Meine Eltern weihten mich Gott unter Seufzern, und in meinem dritten Lebensjahr sah ich ein so großes Licht, dass meine Seele erzitterte …'..... 'In meinem achten Jahr aber wurde ich zu geistlichem Leben Gott dargebracht und bis zu meinem fünfzehnten Jahr war ich jemand, der vieles sah und mehr noch einfältig aussprach, so dass auch die, welche diese Dinge hörten, verwundert fragten, woher sie kämen und von wem sie stammten.'
Visionen und damit verbundene Auditionen begleiteten die Seherin ihr Leben lang.1141 erlebte sie eine überwältigende Erscheinung, die sie als Auftrag Gottes verstand. In der Niederschrift ihrer Visionen, 'Liber Scivias' (Wisse die Wege), schildert sie:
'Ich aber, obgleich ich diese Dinge hörte, weigerte mich lange Zeit, sie niederzuschreiben – aus Zweifel und Missglauben und wegen der Vielfalt menschlicher Worte, nicht aus Eigensinn, sondern weil ich der Demut folgte und das so lange, bis die Geißel Gottes mich fällte und ich ins Krankenbett fiel; dann, endlich bewegt durch vielerlei Krankheit […] gab ich meine Hand dem Schreiben anheim. Während ich's tat spürte ich […] den tiefen Sinn der Heiligen Schrift; und ich erhob mich so selbst von der Krankheit durch die Stärke, die ich empfing und brachte dies Werk zu seinem Ende – eben so – in zehn Jahren. Und ich sprach und schrieb diese Dinge nicht aus Erfindung meines Herzens oder irgend einer anderen Person, sondern durch die geheimen Mysterien Gottes, wie ich sie vernahm und empfing von den himmlischen Orten. Und wieder vernahm ich eine Stimme vom Himmel, und sie sprach zu mir: Erhebe deine Stimme und schreibe also.'
Es ist im Rahmen unserer Webseite nicht möglich, Hildegards Wirken annähernd gerecht zu werden.
Wikipedia zählt zum theologischen Gesamtwerk ihre umfangreiche Korrespondenz mit hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern (darunter auch Bernhard von Clairvaux), die in ca. 300 Schriftstücken erhalten geblieben ist. Darin zeigt sie ihren außergewöhnlich starken Charakter und Gottesglauben. Für ihre Zeit wirken ihre offenen Worte und Ermahnungen, die sie gegenüber König und Papst führte, besonders bemerkenswert.... .'.

Wir könnten Hildegard heute als geniale 'Frauenrechtlerin' bezeichnen. die sich auch nicht scheute, manchen Tendenzen der Kirche entgegen zu wirken. Nächst ihren Beiträgen zur Politik, Religion und Philosopie ihrer Zeit förderte sie die Entwicklung der Biologie und Medizin, der Mineralogie und nicht zuletzt der Kirchenmusik.
Manche ihrer Ansichten mögen nach 900 Jahren als überholt gelten, andere leben, etwa in  der naturkundlichen Hildegard-Medizin in gewandelter Form weiter.  Papst Benedikt XVI dehnte am 10. Mai 2012 die Verehrung der Heiligen Hildegard auf die ganze Kirche aus und schrieb sie in das Verzeichnis der Heiligen ein. Am 7. Oktober 2012 folgte ihre Erhebung zur Kirchenlehrerin.

Folgender ZDF-Beitrag stellt die ungelöste, vermutlich ohne spirituelle Basis unlösbare Frage 'Vision oder Wahn?' mit der wir diesen Bericht abschließen.

Die Seherin Jeanne d'Arc (Die Jungfrau von Orleans)

Sie wurde 1431 wegen ihrer Aufmüpfigkeit bei lebendigem Leibe verbrannt und später als Märtyrerin 'heilig' gesprochen. Wikipedia schreibt:
'Mit dreizehn Jahren hatte Jeanne d’Arc laut Gerichtsprotokoll ihre ersten Visionen. In diesen erschien ihr die Heilige Katharina, später kamen der Erzengel Michael und die Heilige Margareta hinzu.

 
Bildquelle: Wikipedia

Von ihnen erhielt sie den Befehl, Frankreich von den Engländern zu befreien und den Dauphin (Erbe des Königsthrons) zum Thron zu führen. Die Erscheinungen wiederholten sich. Am 25. Dezember 1428 verließ Jeanne ihr Elternhaus und begann einen abenteuerlichen Lebensweg.', … dessen Folgen nicht nur die Gestaltung Westeuropas mitbestimmt haben sondern bis heute zu spüren sind, wenn zwischen Franzosen und Engländern nicht immer ein herzliches Einvernehmen herrscht.

Drei 'Marienerscheinungen'

Nicht so weit zurück in die Vergangenheit führen uns die neuzeitlichen Marienerscheinungen, die in Lourdes und Fatima die Entstehung der wichtigsten Wallfahrtsorte der Katholischen Kirche ausgelöst haben. Die Erscheinungen der 'Gospa' (Gottesmutter) in Medjugorje wurden bisher vom Vatikan nicht anerkannt.

Lourdes: Die 'Unbefleckte Empfängnis'

Zwischen Februar und Juli 1858 erschien in der Nähe des französischen Ortes Lourdes  dem ältesten Mädchen Bernadette Soubirous einer Gruppe von drei Hirtenkindern an der Grotte Massabielle eine 'weiß gekleidete Frau'.
Der Artikel 'Die Erscheinungen von Lourdes 1858' beschreibt in Kürze den wesentlichen Ablauf  der insgesamt 18 Erscheinungen, die in den religiösen Kontext einzuordnet werden. Die Dame bezeichnete sich zum Abschluß mit den Worten 'Ich bin die Unbefleckte Empfängnis'  siehe Bildquelle: Wikipedia) und wurde als 'Jungfrau Maria' interpretiert.


Sie verlangte Gebete, den Bau einer Kapelle und vermittelte Bernadette ein persönliches Geheimnis, das sie bis zu ihrem Tode bewahrte. Nach vielem Für und Wider  entwickelte sich um die damals entsprungene Quelle der wohl wichtigste Wallfahrtsort der Katholischen Kirche. Der Artikel 'Marienerscheinungen und Wallfahrt in Lourdes' vermittelt einen Einblick, ebenso in etwas anderer Perspektive: 'Lourdes 1858'.
Eine internationale Ärzte-Kommission versuchte abzuklären, wie die dortigen, so genannten Wunderheilungen einzuordnen seien.
Auf der Flucht vor den Nationalsozialisten hat der jüdische Dichter Franz Werfel Lourdes kennen gelernt und 1041 den historischen Roman 'Das Lied von Bernadette' verfasst.

Fatima und das 'Sonnenwunder'

Vergleichbar den Ereignissen in Lourdes, lösten  im Jahr 1917 die Erlebnisse dreier Hirtenkinder in Fatima/Portugal die Entwicklung eines anderen wichtigen  Wallfahrtsortes der Katholischen Kirche aus. Die Kinder hatten bereits 1916 über drei Begegnungen mit Engeln berichtet, als am 13. Mai 1917 älteste Mädchen Lucia dos Santos nach einer Art Blitz mit einer Frauengestalt konfrontiert wurde, die den Kindern das Versprechen abnahm, künftig an jedem 13. zum Erscheinungsort zu kommen. Sie konnten  ihre Zusage trotz mancher Schwierigkeiten von Seiten kirchlicher und staatlichen Behörden im Allgemeinen einhalten, allerdings verbrachten sie den 13. August im Gefängnis (in Portugal herrschte damals ein atheistisches Regime) und  die Begegnung fand erst am 19. statt.

 
Papst Paul VI. kommt nach Fatima am 13. Mai 1967 zum 50jährigen Jubiläum der
ersten Fatima-Erscheinung und bittet um Frieden auf der Welt und Einheit in der Kirche.

Bereits am 13. Juni hatt Licia  einen Hinweis auf eine zukünftige Vision in Pontevedra erhalten, die sich 8 Jahre später dort verwirklichte. Im 13. Juli 1917 hatte Lucia die Gottesmutter um ein Zeichen gebeten und war auf den 13. Oktober hingewiesen worden, 'dann werde sie ein Wunder vollbringen, damit alle zum Glauben kämen'. Es hieß außerdem:

'Wenn ihr eine Nacht erhellt sehen werdet durch ein unbekanntes Licht, dann wisset, dass dies das große Zeichen ist, das Gott euch gibt, dass er nun die Welt für ihre Missetaten durch Krieg, Hungersnot, Verfolgung der Kirche und des Heiligen Vaters strafen wird.'


Diese Aussage wurde später als prophetisch auf den 2. Weltkrieg bezogen, wobei zu beachten ist, daß auffällige Nordlichter immer wieder auftreten und eine Korrelation mit späteren Ereignissen willkürlich erscheinen kann.

Der 13. Juli 1917 war auch der Tag, an dem die 'Königin des Rosenkranzes', wie sich die Erscheinung genannt hatte, drei Geheimnisse von Fatima vermittelte, von denen die  ersten beiden 1942 veröffentlicht wurden. Sie enthielten nach einer Höllenvision die  vielfache Aufforderung zur Buße und zum Rosenkranz-Gebet. Um den Inhalt des dritten Geheimnisses, den  Lucia 1944 niedergeschrieben hatte, entspann sich ein jahrzehntelanges Rätselraten, bis er im Jahr  2000 durch Kardinal Joseph Ratzinger und Erzbischof Tarcisio Bertone bekannt gemacht wurde.
Es handelt sich um ein verwirrendes religiös-politisches Konglomerat, in dem `die anzustrebende 'Bekehrung Russlands' eine Rolle spielt, und dessen einheitliche Deutung und  Bewertung den vatikanischen Würdenträgern nicht gelungen zu sein scheint. Umso verwunderlicher mutet es an, dass mehrere Päpste Fatima mit ihren Besuchen aufgewertet haben, was manche Beobachter die Existenz weiterer geheim gehaltener Informationen vermuten lässt.
Es fragt sich, ob zu dieser Verunsicherung das für den  13. Oktober 1917 angekündigte, zunächst nicht näher definierte 'Zeichen', das von mehreren 10.000 Gläubigen und Ungläubigen erlebte 'Sonnenwunder' beigetragen hat, dessen Charakter und Verursacher bis heute ungeklärt geblieben sind. -
Da keine astronomischen Bestätigungen der 'tanzenden Sonne' bekannt geworden sind, liegt die Annahme einer Massen-Halluzination nahe im Widerspruch zu einer Meldung von Beobachtungen aus 18 km Entfernung. Die intersubjektive Realität des Phänomens  ist nicht zu bezweifeln. Vielleicht darf man es heute  als ein spezielles morphogenetisches Feld beschreiben, dessen Verursachung und eventuelle Zielsetzung nur hypothetisch formuliert werden können, seien es nun 'göttliche Eingriffe' oder solche von 'Außerirdischen'. Vielleicht handelt es sich auch um einen Hinweis auf die massenhalluzinatorische Existenz der so genannten realen Welt. Eng mit der christlichen Weltanschauung verwoben ist diese Veröffentlichung, wobei die Abkürzung 'kbwn' für das 'Katholische Blindenwerk Norddeutschland' steht, das als verzweigtes soziales Hillfswerk erscheint. 

Die 'Gospa' von Medjugorje

Die Marienerscheinungen, die seit Beginn der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts im ehemals judoslawischen Ort Medjugorje von sechs Jugendlichen erlebt wurden, hat der Vatikan bisher icht anerkannt, obwohl sich beispielsweise der französischen Priester und Wissenschaftler René Laurentin, der als Experte gilt und sich in diesen und in vielen anderen Fällen für die kirchenamtliche Anerkennung der Echtheit der Erscheinung eingesetzt hat. Zwei Monographien liegen in deutscher Sprache vor:
'Das Geschehen von Medjugorje. Eine Untersuchung (mit Ljudevit Rupcic)', Graz 1985, und 'Medizinische Untersuchungen in Medjugorje (mit Henri Joyeux)', Graz 1986

Nachgedanken

Es erscheint mir völlig unmöglich, die hier berichteten Erlebnisse und Ereignisse sinnvoll einzuordnen, die durch einige Gemeinsamkeiten gekennzeichnet sind. Wenn sich aus den subjektiven, religiös ausgestalteten Erlebnissen von Kindern Orte entwickeln, die durch 'Wunderheilungen' bekannt geworden sind und von Millionen Menschen - darunter vielen Hilfe erhoffenden Kranken - besucht werden, so kann ich das nachvollziehen. Ich empfinde es aber als durchaus unbefriedigend, dass die in unserem System legitime Frage nach den Verursachern insbesondere des 'Sonnenwunders' nicht einmal näherungsweise beantwortet werden kann, oder, ob es sich, wie Johannes Fiebag vermutete, um einen Kontakt mit 'Außerirdischen' gehandelt hat.

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