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Sterbebegleitung: Gesa Dröge - Jenseitskontakte: Dr. Ernst Senkowski

SENDERSUCHE IM JENSEITS

Interviews und Vorträge
Sendersuche im Jenseits
- Interview mit Dr. Ernst Senkowski und Gesa Dröge - Landeszeitung für die Lüneburger Heide, LZ - (April 2013)

Die Lüneburgerin Gesa Dröge und der Physiker Dr. Ernst Senkowski wollen mit Verstorbenen Kontakt aufnehmen ca Lüneburg. Es braucht nicht viel, um mit dem Jenseits zu kommunizieren: einen Weltempfänger und einen Kassettenrecorder. Gesa Dröge und der Physiker Dr. Ernst Senkowski drehen Sender aus aller Welt im Radio ein, sie nehmen neben Knistern, Arabisch, Spanisch und Kisuaheli das Gewisper Verstorbener auf. Glauben sie zumindest. Auch wenn Gesa Dröge einräumt: "Ich bin zwar skeptisch, aber wenn man genug Fantasie hat, dann hört man es." Sie will den Satz vernommen haben: "Der Theis ist noch da." Der erinnert sie an ihren verblichenen Vater, einen Lehrer. Schüler sollen den Satz einst gerufen haben.


Mit einem Kofferradio und einem Kassettenrekorder hoffen Dr. Ernst Senkowski und Gesa Dröge, Stimmen aus dem Jenseits einzufangen. Sie sind überzeugt, bereits Botschaften von Verstorbenen gehört zu haben.

Foto: nh 

Schon Shakespeare wusste im "Hamlet" und später Goethe im "Faust", dass es mehr Dinge zwischen Himmel und Erde gibt, als die Schulweisheit sich träumen lässt. So beschäftigen Menschen sich seit Urzeiten mit allerlei zwischen irdischem Dasein und spährischer Ewigkeit, was bei kühlem Verstand eher eigenwillig erscheint.

Gesa Dröge glaubt, dass manche Menschen eine "Antenne" besitzen, die sie das Nicht-Greifbare erahnen lässt: "Wer medial begabt ist, kann es empfangen." Sie engagiert sich in der Hospizarbeit, und meint - wie auch andere - den Moment zu spüren, "wenn jemand von den Patienten stirbt". Voller Fragen zu unerklärten Phänomenen machte sie sich auf die Suche. Eher zufällig stieß sie vor zwei Jahren schließlich bei ihren Recherchen in Sachen Mystik auf den Forscher Senkowski, der gebürtige Hamburger, lange im Ruhestand, lebt heute bei Bonn. Der 91-Jährige kommt aus einer handfesten Wissenschaft, er hat als Experimentalphysiker an der Fachhochschule Bingen gelehrt.

Der Doktor der Physik erlebte sein Damaskus, seine Erweckung, in den 70er Jahren, als er im ZDF eine Diskussion sah. In einer Talkrunde ging es um Thesen des schwedischen Malers und Opernsängers Friedrich Jürgenson, der hatte mit einem Tonbandgerät 1959 Vogelstimmen aufgenommen und meinte, neben Gezwitscher auch Geschnatter gehört zu haben - Verstorbene, die ihr Raunen ins Diesseits geschickt hätten. Senkowski, Fachmann für Schall und Frequenzen, suchte nach schnarrenden Sendern im scheinbaren Nichts.

Schlichte Überlegungen rationaler Betrachter stoßen bei Senkowski an Grenzen. Denn wenn sich tatsächlich jemand aus dem Jenseits melden sollte, könnte er das nach dem Motto einer SMS oder Postkarte tun: "Hallo, Ihr Lieben. Bin heil angekommen, es geht mir gut."

Doch das erscheint dem Namensgeber der "
instrumentellen Transkommunikation" als zu simpel. Mit Radio und Aufnahmegeräten fischt Senkowski seit dreieinhalb Jahrzehnten Brocken aus dem Äther-Gewaber. Seine verstorbene Frau soll ihm zugerufen haben "Hallo, hier Adelheid". Der alte Forscher ist sich sicher: "Es klang so, wie sie es auch am Telefon gesagt hat. Das meinen auch Bekannte."

Allerdings sagt er auch, dass manche Wortfetzen langsamer oder schneller abgespielt werden müssten, um einen Sinn zu destillieren. Eineinhalb Sekunden und sechs, sieben Silben dauerten die Botschaften aus dem Irgendwo in der Regel. "Wenn Sie lange sammeln, entwickeln Sie ein Gefühl dafür", sagt der Physiker, der sich eigentlich der Nüchternheit von Messinstrumenten verpflichtet fühlen müsste.

"Stimmen bleiben spontan", sagt der Senior. "Man kann nur hoffen, sie zu hören. Eine Vermutung, warum Tote Kontakt aufnehmen, ist, ein Verstorbener hängt an jemandem und will ihm ein Signal geben. Aber sie können uns ihre Welt nicht schildern. Denn bei ihnen spielen Raum und Zeit keine Rolle." Da verschiebe sich das Denken, sei mit der Logik der materiellen Welt nicht zu fassen.

Gesa Dröge will auch Nachrichten ihrer verstorbenen Eltern empfangen haben. "Ich habe es gehört und mir nicht eingebildet", behauptet die 46-Jährige. Sie habe das Gefühl, "sie sind nicht weg". Für den Zuhörer stellt sich der Zweifel ein: Aus dem Knarzen eines Kofferradios kann man leicht das entschlüsseln, was man sich zu hören wünscht. Denn die zweifache Mutter sagt auch: "Der Satz klang wie aus einer Maschine." Es gebe Nachbarn, die sich um sie Sorgen machten, wenn von ihren Erlebnissen abseits vom Hier und Jetzt berichte, schildert die Lüneburgerin. Andere Bekannte, wohl empfindsamere Seelen, fänden ihre Erlebnisse aber spannend und wollten mehr erfahren.

Auf dem Markt der Möglichkeiten tummeln sich viele, die meinen, geistige und geistliche Impulse zu geben oder wahrnehmen zu können: Sie spüren angebliche Energiestrahlen von Geistern und zwischen Menschen, sie glauben an die Heilkraft von Steinen, Gedankenübertragung und Fernheilung. Manche wie Erich von Däniken schreiben sogar Bücher, die fantasievoll belegen wollen, dass die alten Ägypter und Mayas beim Pyramidenbau Hilfe von Außerirdischen erhielten. Doch für Captain Kirk und Spitzohr Spock in der Rolle als Bob der Baumeister fehlen handfeste Belege.

Nur auf Fakten zu schauen, greift sicher zu kurz. Dröge sagt, sie habe bei Sterbenskranken erlebt, dass die glaubten, deren längst verstorbene Mutter säße für sie sichtbar am Krankenbett: "Warum soll ich widersprechen, wenn es hilft?", fragt sie. Vielleicht hilft der Glaube an die andere Welt auch ihr? Und so lauscht sie mit Senkowski wieder und wieder auf das Radiokonzert der verstellten Sender, die beiden glauben, Botschaften zu entschlüsseln. Den Sinn suchen sie sich.  ca

Interview als PDF

Übernahme des Artikels mit freundlicher Genehmigung von Carlo Eggeling, ©Landeszeitung für die Lüneburger Heide  LZ, 2013

 


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