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Sterbebegleitung: Gesa Dröge - Jenseitskontakte: Dr. Ernst Senkowski

TK, PARAPS. UND WISSENSCHAFT

Transkommunikation, Parapsychologie und Wissenschaft
Dr. Vladimir Delavre


Inhalt (Verlinkungen folgen)

Einführung
Die normative Kraft des Faktischen
Erfahrungshinweise auf andere Welten
Theorien zur Existenz anderer Welten

Interaktionen des Bewusstseins Lebender
Fünf Hypothesen zur Transkommunikation
Hypothese A

Hypothese B

Hypothese C
Hypothese D
Hypothese E
Zur Verifizierung und Falsifizierung
A – Die' Bauchredner'-Hypothese
B – Die Hypothese vom' Leben nach dem Tod'
C – Die 'Anformungshypothese'
D – Die' Informationsfeld' -Hypothese
Das alles entscheidende Experiment
Medialität oder Technik – ein Ausblick



Einführung

Dieser Beitrag versucht, einige Kernpunkte der gegenwärtigen Diskussion zum Phänomen der apparativen Transkommunikation aufzugreifen und die Beziehungen zu anderen PSI-Effekten darzustellen. Im Mittelpunkt stehen dabei fünf alternative Hypothesen, die sich zur Deutung des Phänomens eignen.
Darüber hinaus werden die Möglichkeiten diskutiert, die Paranormalität der apparativen Transkontakte mittels allgemein akzeptierter wissenschaftlicher Kriterien zu beweisen. Stellungnahmen unserer Leser sind der Redaktion sehr willkommen, damit eine möglichst breite Diskussion der angeschnittenen Themen in Gang gebracht wird.

Die normative Kraft des Faktischen

Die erste Frage, die sich einem unbefangenen Beobachter stellt, ist zweifellos die nach dem 'Gegenüber'. Gibt es überhaupt eine andere Welt, die mit uns Menschen auf der Erde in kommunikative Verbindung treten kann? Auch wenn die meisten Leser dieser Zeitschrift diese Frage sicher bejahen werden, so sollten wir nicht vergessen, dass der weitaus größte Teil der Wissenschaftler die Möglichkeit einer Existenz von 'Seelenwelten' eindeutig verneint.
Auch diejenigen, die der Wissenschaft kritisch gegenüberstehen, dürfen die normative Kraft wissenschaftlicher Erkenntnisse für das heute geltende Weltbild nicht unterschätzen. Das Rad der Geschichte, das uns aus einer Welt des Glaubens und der Mythen über das Zeitalter der Aufklärung zur heutigen rationalen WeItsicht geführt hat, lässt sich nicht zurückdrehen.

Weder Religion noch Magie haben jemals solche weltverändernden Wirkungen gehabt, wie sie von den Naturwissenschaften und der ihr nachfolgenden Technik ausgelöst wurden. Nur im Rahmen dieser rational beherrschten Welt lässt sich scheinbar Irrationales, wie Paraphänomene und Transkommunikation, beweisen und nicht etwa außerhalb dieses Rahmens.
Andernfalls besteht die Gefahr, dass die neuen Erkenntnisse Überzeugungen einer kleinen Gruppe 'Eingeweihter' bleiben. Dass letztendlich das heute geltende naturwissenschaftliche Weltbild durch diese von innen kommenden neuen Erkenntnissen verändert, wenn nicht sogar revolutioniert, werden wird, ist anzunehmen. Was die Wissenschaft heute lehrt, wird sich dabei nicht notwendigerweise als falsch erweisen, sondern Teil einer umfassenderen Weltsicht bleiben, welche die Wirkungen von Geist, Bewusstsein und Information als übergreifende Dimensionen mit einbezieht.

Erfahrungshinweise auf andere Welten

Zu dieser Frage gibt es eine so umfassende Literatur, daß hier nur eine kurze Zusammenfassung erfolgen soll:

Visionen einer anderen Welt, im Wachbewusstsein oder im Schlaf, sind uns aus den frühesten erhaltenen Schriften bekannt. Sie bilden die Grundlagen vieler Religionen und Glaubensrichtungen. Ebenso alt sind vermutlich auch schamanistische Berichte, bei denen ein 'Kundiger' seine Seele in andere Reiche wandern lässt, um mit den so gemachten Erfahrungen die Menschen seiner Lebenswelt zu leiten und zu heilen. Auch der Austausch mit der Welt der Verstorbenen ist eine frühe Menschheitserfahrung, wie die verschiedenen 'Totenbücher' vergangener Kulturen beweisen.

Zu den neueren Erfahrungen zählt die im 19. Jahrhundert einsetzende spiritistische Bewegung. In unserem Jahrhundert kamen das UFO-Phänomen, die apparative Transkommunikation und schließlich die Untersuchungen über Nahtoderlebnisse als weitere Hinweise auf andere Seinsebenen hinzu.

Theorien zur Existenz anderer Welten

Schon im Mittelalter gab es aus christlicher Sicht eine 'wissenschaftliche' Diskussion über die Natur des Himmels und der Engel, ebenso wie es in der Tradition der jüdischen Kabbalistik gelehrte Ausführungen über die Zahl der Welten und die Natur des Geistes und des Lebens gab. Ähnliches lässt sich auch in anderen spirituellen Richtungen finden, besonders in den großen Religionen des Ostens.

Aus heutiger naturwissenschaftlicher Sicht sind zunächst einige Physiker, wie z.B. Brian Josephson, Costa de Beauregard oder Eugene Wigner zu nennen, die das rätselhafte Zusammenwirken von Bewusstsein und Quantenphänomenen zu weiteren Überlegungen über mögliche geistige Welten angeregt hat.
Am weitesten: hat sich der im vorigen Jahr verstorbene Quantenphysiker David Bohm vorgewagt, der in seinem letzten Lebensjahrzehnt über eine uns gewöhnlich verborgene Realitätsebene nachdachte und publizierte. Er erkannte dabei eine implizite, d.h. unsichtbar eingefaltete Ordnung, aus der heraus sich die sichtbare Welt erst entfaltet.

Während die genannten Physiker letztlich alle noch fest auf dem Boden des akzeptierten physikalischen Weltbildes standen, haben Burkhard Heim, Rupert Sheldrake und Ervin Laszlo, jeder auf völlig andere Weise, die heute geltende Physik weit hinter sich gelassen.
Den größten Bekanntheitsgrad in der (an diesen Fragen interessierten) Allgemeinheit hat vermutlich der englische Biologe Rupert Sheldrake, dessen Theorie der morphischen Resonanz und morphogenetischen Verursachung inzwischen in mehreren Experimenten bestätigt werden konnte. Nach Sheldrake gibt es sogenannte morphische Felder, die Formen und Informationen speichern können.
Diese in der Vergangenheit angesammelten Daten treten in Resonanz mit aktuellen Entwicklungen und beeinflussen auf diese Weise die Wahrscheinlichkeit deren Verwirklichung. An diesem Punkt, also dem einseitigen Informationsfluss von der Vergangenheit in die Zukunft, setzt auch die Kritik an Sheldrakes Hypothese ein. Wenn sich nämlich Dinge umso eher ereignen, je häufiger sie sich in der Vergangenheit ereignet haben, dann ist es nur schwer zu verstehen, wie sich jemals etwas wirklich Neues entwickeln kann.
Um die in der Natur und im Leben des Menschen beobachtete Kreativität zu erklären, entwarf der in Ungarn geborene Systemtheoretiker Ervin Laszlo eine Theorie des 'Fünften Feldes', in der die Dynamik des Subquantenfeldes als holonomes Speichermedium aller Ereignisse und Informationen fungiert. In diesem Feld können aus zuvor chaotischen Zuständen sprunghaft neuartige Strukturen entstehen, die man als spontane Kreativität interpretieren kann, die auch durch zukünftige Ereignisse beeinflusst wird.
Den schwierigen Schritt von der Hypothese zur mathematisch formulierten Theorie hat der deutsche Physiker Burkhard Heim bereits vor Jahren erfolgreich hinter sich gebracht. In seiner einheitlichen Feldtheorie greift er nicht nur einzelne Aspekte auf sondern formuliert einen vollständigen Weltentwurf, der von der Entstehung der Materie bis hin zu völlig immateriellen Informationsebenen reicht, aus denen heraus die Wahrscheinlichkeiten der energetischen Abläufe gelenkt werden.
Die Einzelheiten seiner Theorie, die auch für Physiker nur schwer zugänglich sind, machen korrekte zahlenmäßige Berechnungen verschiedener Quantengrößen möglich. Heim ist der einzige unter den hier genannten Naturwissenschaftlern, der einen konkreten Erfahrungsraum für nachtodliche Zustände beschreibt und damit eine wissenschaftlich begründete Theoriebrücke vom Diesseits zum Jenseits entwickelt hat.

Interaktionen des Bewusstseins Lebender

Seit etwa hundert Jahren gibt es eine wissenschaftlich orientierte Parapsychologie, die sich bemüht, Phänomene wie Telepathie, Hellsehen, Präkognition und Psychokinese zu untersuchen und eine Erklärung für das Zustandekommen dieser Erscheinungen zu finden. Wenn man den allgemeinen wissenschaftlichen Fortschritt während der vergangenen hundert Jahre zum Maßstab nimmt, so erscheint der Erkenntnisgewinn bei der Erforschung parapsychologischer Phänomene geradezu kümmerlich.

Verfolgt man die Entwicklung rückblickend, sieht man vor allem eine Wandlung der Forschungsthemen und -methoden. Während amAnfang vorwiegend mediumistische und spiritistische Fragen untersucht wurden, wandte sich das Interesse der Parapsychologen in den letzten fünfzig Jahren vor allem den verschiedenen Formen außersinnlicher Wahrnehmung und der Psychokinese zu.
Woher dieser Wandel kommt, ist eine interessante, aber nur schwer zu beantwortende Frage. Haben sich die Forscher deshalb anderen Themen zugewandt, weil es z.B. keine Materialisationsmedien mehr gab, deren Seancen man untersuchen konnte, oder verlor sich das mediale Phänomen, weil es für Forscher und Öffentlichkeit nicht mehr 'zeitgemäß' war? Warum ist z.B. heute das 'Metallbiegen' eine relativ populäre paranormale Fähigkeit, während der Mediumismus mit seinen Materialisationen kaum noch existent ist?

Im Vergleich zum Themenwandel ist der Wandel der Forschungsmethoden wesentlich einfacher zu erklären. Da die Parapsychologen sich zum großen Teil aus dem Kreise zeitgenössischer Wissenschaftler anderer Disziplinen rekrutierten, brachten sie natürlich auch ihre jeweiligen neuen Forschungsmethoden in die Untersuchung paranormaler Phänomene ein.
Damit verbunden war auch eine Veränderung des Untersuchungsprinzips: die Parapsychologie, die früher eher ein Studium einzelner spontan auftretender Paraphänomene darstellte, wurde seit den 30er Jahren dieses Jahrhunderts immer mehr zu einer Laborwissenschaft.
Am Anfang dieser Entwicklung stand Joseph Rhine, der an der Duke-University in den USA seine berühmten Karten-Hellsehexperimente durchführte; am vorläufigen Ende finden sich heute Experimentatoren wie Helmut Schmidt, Robert Jahn oder Dean Radin, mit ihren grundlegenden Versuchen zur Interaktion von Geist und Materie im Quantenbereich.
Gleichzeitig fand auch eine geographische Verlagerung der PSI-Forschung statt: während in der ersten Phase von etwa 1880 bis 1930 die europäischen Forscher die Szene dominierten, sind es seitdem vorwiegend die Amerikaner, die den Fortschritt auf diesem Feld bestimmen. Die parapsychologische Forschung in der ehemaligen Sowjetunion ist bis heute in ihren wissenschaftlichen Details noch weitgehend unerschlossen. Die vorliegenden Berichte sind meistens journalistischer Natur und werden deswegen in der internationalen Fachliteratur wenig beachtet.

Warum aber ist der tatsächlich erreichte Fortschritt im Vergleich zur übrigen Wissenschaft so gering? Liegt es an mangelnder Kompetenz der beteiligten Wissenschaftler, an ungenügenden finanziellen Forschungsmitteln oder vielleicht am Forschungsgegenstand selbst?
Die Mehrzahl der PSI-Forscher, die inzwischen ebenso häufig aus der Physik wie aus der Psychologie kommen, neigt zu der letzteren Ansicht, d.h. sie sieht den wesentlichen Grund für den unbefriedigenden Fortschritt in der Natur der PSI-Phänomene selbst.

Eine typische Eigenschaft aller sogenannten paranormalen Phänomene ist ihre mangelnde Wiederholbarkeit. Damit verlieren aber PSI-Phänomene in den Augen der meisten Wissenschaftler ihre Glaubwürdigkeit, weil das geltende wissenschaftliche Dogma verlangt, dass neue Erkenntnisse nur dann als wirklich existent anerkannt werden, wenn die zugrundeliegenden Experimente auch von anderen Wissenschaftlern jederzeit wiederholt werden können.
Die Einmaligkeit vieler Paraphänomene steht dieser Forderung ebenso entgegen wie ihre anscheinende Abhängigkeit von der Psyche des jeweiligen Untersuchers und möglicherweise auch von Ort und Zeit. Das bedeutet, dass das untersuchte Phänomen, so z.B. technische Apparate, die 'Jenseitsstimmen' vermitteln oder erzeugen, in seiner Funktion nicht unabhängig vom jeweiligen Experimentator ist: es handelt sich um ein 'operator dependent system', das sich einer beliebigen Wiederholbarkeit der Ergebnisse durch andere Personen hartnäckig widersetzt.
Es gibt noch keine allgemein akzeptierte Erklärung für diesen Vorgang, der auf eine besondere Abhängigkeit der beobachteten Ereignisse von der Psyche des Beobachters hinweist. Ein weiteres Element, das die wissenschaftliche Anerkennung von PSI- und TK-Phänomenen behindert, ist das Fehlen einer tragfähigen Theorie.

Eine extreme Deutung besagt, dass die paranormalen Erscheinungen vom Beobachter regelrecht erzeugt werden, dass also seine Psyche imstande ist, auf noch unbekannte Weise in die Welt der Materie hineinzureichen und dadurch eine Realitätsveränderung zu bewirken, die dann auch von anderen beobachtet werden kann.
Eine weitere Deutung geht von der primären Existenz unsichtbarer Realitätsebenen oder Welten aus, die sich unter bestimmten Umständen als PSI-Effekte in unserer gewöhnlichen Wahrnehmungswelt manifestieren können. Schließlich können diese Phänomene auch als sinnvolle Zufälle gedeutet werden, die nicht als Ergebnis einer Kausalkette von Ursache und Wirkung anzusehen sind, sondern als Ausdruck eines geheimen Sinn-Zusammenhanges zwischen äußerer und innerer Realität.
Am radikalsten ist vielleicht die Hypothese des heute in San Antonio, Texas, arbeitenden deutschstämmigen Physikers Helmut Schmidt, der die Nicht-Wiederholbarkeit von PSI-Ereignissen als notwendige Folge ihrer nicht-kausalen Natur ansieht. Aufgrund eigener Untersuchungen über nachträgliche psychokinetische Beeinflussung bereits aufgezeichneter quantenphysikalischer Zufallsereignisse kommt er zu dem Schluss, dass bestimmte Ereignisse so verlaufen, dass sie einen zukünftigen Beobachter zufrieden stelIen.

Fünf Hypothesen zur Transkommunikation

Wie lassen sich nun die Hypothesen zur Erklärung der verschiedenen PSI-Effekte auf das Phänomen der Transkommunikation übertragen? Wo sind die möglichen Gemeinsamkeiten, wo die Unterschiede? Die folgenden Thesen stellen die Erweiterung eines Konzeptes dar, das vom Verfasser in einem kürzlich erschienenen Buchbeitrag unter dem Titel 'Signale aus anderen Welten' publiziert wurde. (In: Am Fluß des Heraklit - Neue kosmologische Perspektiven, Hrsg. Eberhard Sens, Insel-Verlag, Frankfurt 1993.)

Hypothese A


Die Transkommunikation ist ein primär animistisches Phänomen, das fälschlicherweise spiritistisch interpretiert wird. Die vermeintlichen Jenseitsmitteilungen entströmen unserem eigenen Unbewussten, das auf irgendeine Weise die elektronischen
Kommunikationssysteme beeinflusst und dabei unbewusste Gedanken und Bilder auf die Apparate überträgt.
Wie das geschehen soll, ist den Vertretern dieser Hypothese nicht bekannt, ohne dass sie sich aber dadurch in ihrer Überzeugung beeinflussen lassen. Als prominenten Vertreter dieser Ansicht kann man den kürzlich verstorbenen Nestor der parapsychologischen Nachkriegsforschung in Deutschland, Prof. Hans Bender, und seine Institutsnachfolger anführen. Er prägte den Begriff vom 'Steigrohr des Unbewussten'. Nennen wir diese Hypothese der Einfachheit halber die 'Bauchredner-Hypothese '.

Hypothese B

Apparative Transkommunikation ist ein primär spiritistisches Phänomen, das als gemeinsame Bemühung lebender und verstorbener Personen zu deuten ist, eine Verbindung zwischen jenseitigen Existenzebenen und dem Diesseits herzustellen.
Diese Hypothese geht von einer relativ linearen Fortsetzung der geistigen oder seelischen Existenz des Menschen nach dem physischen Tode aus. Die Verstorbenen leben mit allen Erinnerungen und unter Bewahrung ihrer Identität, d.h. auch ihres Namens, in einer anderen Sphäre oder Antiwelt weiter, die unsere irdische Welt unsichtbar durchdringt.
In speziellerer Form gibt es auch die Ansicht (ursprünglich von Myers formuliert), dass die Jenseitigen, je nach geistigem Entwicklungsstand, auf verschiedenen Ebenen existieren, die von eins bis sieben reichen. Einige Wissenschaftler und sehr viele Personen, die sogenannte 'Einspielungen' von Tonbandstimmen machen, unterstützen diese Hypothese, die man auch als 'Leben-nach-dem- Tod-Hypothese' bezeichnen könnte.

Hypothese C

Die Geistwesen unsichtbarer Art, die sich dennoch unter bestimmten Umständen hörbar und sichtbar machen können und dabei sogar in einen Dialog mit uns zu treten vermögen, werden von uns selbst 'produziert'. Ihre Ausdrucksform erscheint uns real und ist dennoch nur das Ergebnis einer Anformung, die wir bewußt oder unbewußt vollbringen.
Ausgangspunkt für die so erzeugten temporären Projektionen, die während der Dauer ihrer Existenz durchaus alle Merkmale des Realen haben, ist möglicherweise eine energetische Urebene, das fluktuierende Subquantenfeld oder Vakuum. In diesem Vakuum, das eine physikalische Realität darstellt und als Quelle aller bekannten Quantenteilchen angesehen werden kann, 'leben' Informationen aller Art als Gedankenformen.
Das Vakuum, das kein 'Nichts' ist, sondern über eine ungeheuer große Energiedichte verfügt (Nullpunktsenergie oder zeropoint energy), kann durch bestimmte Maßnahmen, wie z.B. mittels sogenannter skalarer Feldwirkungen zur Hervorbringung 'tulpoider' Entitäten (aus dem tibetanischen Ausdruck 'Tulpa' abgeleitet) stimuliert werden. Für diesen Vorgang wurde von Thomas Bearden der Ausdruck 'reality engineering' geprägt. Wir wollen dieser Hypothese den Namen' Anformungshypothese' geben.

Hypothese D

Apparative Transkommunikation lässt sich weder animistisch noch spiritistisch korrekt interpretieren. Sie ist vielmehr Ausdruck einer unmittelbaren Verbundenheit von Informationsstrukturen, die aus einem Bereich jenseits von Zeit und Raum in unsere beobachtbare Realität hineinwirken.
Aus dieser Sicht würden die Transdialoge als ähnlichkeitsbedingte Kopplungen innerhalb von unterschiedlich organisierten Informationsformen zu interpretieren sein. Im Unterschied zur Hypothese B gibt es hier also keine individuelle Personalität, die mit uns nach dem Tode in Kontakt tritt, sondern nur veränderliche Informationskomplexe, die in unsichtbaren Feldern gespeichert sind und mit unserem Bewusstsein und unseren Kommunikationssystemen in Resonanz treten können. Man könnte diese Hypothese als 'Informationsfeld-Hypothese' bezeichnen.

Hypothese E

Auch wenn es vielleicht etwas gewagt erscheint, soll hier den bisherigen vier Hypothesen aus unserer diesseitigen wissenschaftlichen Sicht eine fünfte hinzugefügt werden, die sich als Aussage aus einer anderen Existenzebene darstellt und über mediales Schreiben aufgenommen wurde. (Was die Frage nach der Authentizität der Quelle anbetrifft, lassen sich unsere Hypothesen A bis D anwenden.
Die 'Hypothesenkatze' beißt sich hier in ihren eigenen Schwanz.) Die 'jenseitige' These, die von der Wesenheit Aaron stammt, spricht von einem Grundenergiesystem, in das alle Existenzformen eingebettet sind. Jede Lebensform ist Teil einer existenztypischen Matrix, in der sie wirkt, und in der sie sich im Allgemeinen gefangen glaubt.
Die Verbindung zwischen den unterschiedlichen Lebensformen wird durch die jeweilige Kernstruktur erzeugt, die eine alle geistigen Wesen verbindende Codierung enthält, die als Aspekt einer gemeinsamen Schöpfung angesehen werden kann. Wenn wir Menschen uns dieser matrixüberschreitenden Verbundenheiten gewahr werden, können wir mit anderen Lebensformen in Verbindung treten. Vom Standpunkt dieser anderen, nicht-materiell organisierten Formen ist aber unsere materielle Welt nur schwer zu erkennen, da eine völlig unterschiedliche 'Sichtweise' besteht.
Nach dieser These verändern sich unsere seelischen Strukturen nach unserem physischen Tod in vielfältiger Weise. Je nach Bedarf können sich Seelen z.B. zusammenschließen und vorübergehend als 'Gruppenseele' agieren. Logischerweise bezeichnen wir diese Hypothese nach ihrem Urheber als 'Aarons Hypothese'.

Zur Verifizierung und Falsifizierung

Bevor das Für und Wider der einzelnen Hypothesen diskutiert wird, sollte man vielleicht zunächst auf einige Gemeinsamkeiten eingehen. Zum einen gehen alle Hypothesen von der Annahme aus, daß der Mensch über noch nicht ausreichend erforschte geistige Fähigkeiten verfügt, die es ihm ermöglichen, sich einer zweiten, nicht alltäglichen Wirklichkeitsebene bewusst zu werden, und diese gelegentlich auch aktiv mitzugestalten.
Die andere, allen Hypothesen gemeinsame Vermutung ist die Eigenschaft des Menschen, als Vermittler zwischen andersartigen Existenzebenen und unserer materiellen Umwelt einschließlich der technischen Kommunikationssysteme dienen zu können.
Die scheinbare Ausnahme, die die 'Bauchredner-Hypothese' macht, löst sich sofort auf, wenn man das sogenannte Unbewusste nicht mehr nur als Ansammlung vergessener und verdrängter Erlebnisse ansieht, sondern ihm die zusätzliche Funktion zubilligt, eine in beiden Richtungen begehbare Brücke zwischen den Welten zu sein.

Was spricht nun für die eine oder andere Hypothese? Gibt es überzeugende Argumente oder experimentelle Erfahrungen, die uns eine Entscheidung erleichtern können? (Wobei' Aarons Hypothese' außer Konkurrenz läuft.) Als Anregung können vielleicht die folgenden Stichworte dienen.

A – Die' Bauchredner'-Hypothese

Dafür spricht z.B. das Phänomen der Psychokinese, also die Fähigkeit, materielle Objekte, wie etwa Besteckteile, durch 'Gedankenkraft' zu verbiegen; ebenso die sogenannte Mikro-Psychokinese, worunter man die erfolgreiche Beeinflussung mikroskopischer Zufallsvorgänge, wie z. B. des elektronischen Rauschens oder des radioaktiven Zerfalls versteht.
Da Unbewusstes und Bewusstes nach der 'Steigrohrtheorie' miteinander in Verbindung stehen, könnten auf diese Weise - jedenfalls theoretisch - unsere unbewussten Wünsche und Vorstellungen ihren psychokinetischen Ausdruck finden. Hier könnte man auch gewisse spukartige" Erscheinungen, wie etwa das scheinbar selbständige Einschalten und Ausschalten von Radioapparaten oder Computerdruckern in der Umgebung von TK-Experimentatoren anführen.

Dagegen spricht zunächst, dass hier ein ungeklärtes Phänomen, nämlich die apparative Transkommunikation, mit einem anderen, ebenso ungeklärten Phänomen erklärt wird, nämlich mit der immer noch rätselhaften Wechselwirkung zwischen Bewusstsein und Materie.
Ein weiteres Gegenargument ergibt sich aus der experimentellen Erfahrung, dass bei Transkontakten gelegentlich Mitteilungen von bzw. über Personen empfangen werden und Bilder auftauchen, die dem Experimentator nachweislich völlig unbekannt sind. Wenn man diese Beobachtungen mit der Hypothese' A' zur Deckung bringen wollte, müsste man die bisher geltenden psychologischen Theorien des Unbewussten weiterentwickeln, damit sie auch außersinnliche Wahrnehmungsfähigkeiten einschließen.

B – Die Hypothese vom' Leben nach dem Tod'

Dafür spricht zunächst der logisch-kommunikative Zusammenhang zwischen den inhaltlichen Aussagen der paranormalen Stimmen und den Fragen des Experimentators, der den Eindruck einer Konversation mit einem unsichtbaren Gesprächspartner erweckt.
Diese Interpretation entsteht fast zwangsläufig, weil der Mensch gewohnt ist, jede Art von spontaner und intelligenter sprachlicher Äußerung einem anderen menschlichen Bewusstsein zu- zuschreiben. Außer den (seltenen) längeren Dialogen gibt es unzählige kurze Botschaften, die scheinbar von verstorbenen Angehörigen an diesseitige Experimentatoren übermittelt wurden.
Hierbei werden oft Dinge erwähnt, die keinem Außenstehenden bekannt waren, oder bei Transvideokontakten auch Bilder übermittelt, die eine starke Ähnlichkeit mit dem Aussehen der betreffenden Person zu Lebzeiten haben. Obwohl die Stimmen in der Regel wegen unterschiedlicher Verzerrungen und Geschwindigkeiten keine erkennbare Identität mit der Stimme zu Lebzeiten aufweisen, gibt es davon beeindruckende Ausnahmen, mit täuschend ähnlicher Sprechweise oder der Benutzung eines für den Betreffenden früher typischen Dialektes.

Dagegen spricht unter anderem, dass bisher niemals Tatsachen übermittelt wurden, die nicht irgendjemandem bereits bekannt waren. Wiederholte Versuche, wirklich neue, d.h. uns Menschen auf der Erde bisher unbekannte Erkenntnisse aus 'jenseitiger' Sicht der Dinge zu erhalten, blieben bisher erfolglos.
Hierzu wurden im Rahmen von Transkontakten verschiedene 'Erklärungen' übermittelt: so z.B. die Mitteilung, dass man nicht durch Übermittlung uns noch unbekannter Tatsachen in unseren persönlichen Lebensweg oder die Entwicklung auf der Erde eingreifen dürfte. Ein weiteres 'jenseitiges' Argument weist darauf hin, dass von 'höherer Seite' eine Art Zensur über die Transkontakte ausgeübt wird, oder dass es wegen der grundsätzlich unterschiedlichen Existenzweisen und Dimensionen unmöglich sei, die wahre Natur des jenseitigen Lebens zu vermitteln.
Auf der anderen Seite werden uns aber durch einige Transstationen Bilder und Texte übermittelt, welche den Eindruck einer parallelen Lebenswelt geben, die mit ihren 'Landschaften, Flüssen, Schiffen und Laboratorien' einen höchst realen Eindruck macht.

C – Die 'Anformungshypothese'

Dafür sprechen überraschenderweise Aussagen bei Transkontakten, wie etwa: Wir werden von Euch angeformt, oder: Eure Gedanken bestimmen den Kontakt. Auch die Erfahrungen, die in früheren Jahren mit mediumistischen Materialisationen gemacht wurden, könnte man hier anführen: bei den betreffenden Seancen entstanden vorübergehend vollständige oder bruchstückhafte 'Phantome', die einem lebenden Menschen täuschend ähnlich waren und zum Teil auch eine Konversation mit den Anwesenden führen konnten.
Man kann diesen Vorgang als eine besondere Art von Transkommunikation ansehen, auch wenn hierbei keine Technik, sondern 'nur' das sogenannte, vom Medium erzeugte Ektoplasma als Transfersystem beteiligt war. Dafür sprechen auch verschiedene religiöse und esoterische Überlieferungen und Lehren, nach denen es nur einer besonders intensiven Überzeugung bedarf, damit Gedanken Wirklichkeit werden oder sogar Wunder geschehen können. Schließlich könnte man noch magische und schamanistische Praktiken nennen, die auf ähnlichen Prinzipien basieren.

Die Gegenargumente entsprechen den im nächsten Abschnitt bei der Diskussion der Informationshypothese genannten Fakten: Wie kann man etwas oder jemanden anformen, also eine Pseudorealität erschaffen, wenn man zuvor weder eine bestimmte Vorstellung noch einen entsprechenden Wunsch dazu hat? Es ist sehr schwierig, mit der Anformungshypothese spontane sprachliche Meldungen und visuel1e Videoabbildungen völ1ig unbekannter 'Personen' zu erklären.

D – Die' Informationsfeld' -Hypothese

Stärkstes Argument dafür sind die unter 'B' erwähnten Berichte und Bilder, die sich oft kaum von normalen diesseitigen Texten und Fotos unterscheiden und gelegentlich sogar völlig identisch mit hier bereits publiziertem Material sind, d.h. wie eine Kopie wirken. Ein weiteres Argument ist die relative Eintönigkeit 'jenseitiger' Mitteilungen, die sehr häufig den Erinnerungen und Erwartungen der Person entsprechen, die sich um einen Transkontakt mit Verstorbenen bemüht.
Oft erscheinen die aufgenommenen Worte und Bilder wie Bruchstücke und Collagen aus Elementen der früheren Existenz Verstorbener. Schließlich ist noch die bekannte Tatsache zu erwähnen, dass auch Stimmen und Nachrichten lebender Personen im Rahmen experimenteller Transkontakte aufgenommen und aufgezeichnet wurden.

Dagegen spricht die gelegentliche überraschende Spontaneität der Äußerungen' Jenseitiger', die bei Transkontakten registriert werden. Ein noch eindrucksvolleres Argument ist das Auftauchen völlig unbekannter 'Personen', d.h. von Stimmen, die sich mit dem Namen Unbekannter melden und den Eindruck vermitteln, dass sie als selbständige Persönlichkeit existieren und den Transkanal zu einer für sie wichtigen Nachrichtenübermittlung nutzen wollen.

Das alles entscheidende Experiment

Gibt es ein solches 'experimentum crucis', das uns bei der Untersuchung der apparativen Transkommunikation erlauben würde, eindeutig zwischen richtigen und falschen Hypothesen zu unterscheiden? Ist die Transkommunikation überhaupt ein einheitliches Phänomen, das sich mit einem einzigen Gedankenmodell befriedigend erklären lässt?
Aus dem gegenwärtigen Kenntnisstand heraus muss man beide Fragen verneinen. So gibt es z.B. die unterschiedlichsten Kreuzverbindungen zwischen der apparativen Transkommunikation und anderen Paraphänomenen, vom automatischen Schreiben und medialen Mitteilungen bis zum 'Gläserrücken', Spuk- und Poltergeisteffekten.
Zum anderen gibt es 'Kontaktpartner', die sich selbst ausdrücklich nicht als 'Verstorbene', sondern als 'Energiestrukturen, hohe Geistwesen, Devas', oder als 'Bewohner von Sternen' bezeichnen. Es bleibt aber festzuhalten, daß auch die andersartigen Wesen nicht bereit waren, Informationen zu vermitteln, die über das gegenwärtige Wissen der Menschheit hinausgehen.
Wenn solche vermeintlichen Informationen dennoch gegeben wurden, so z.B. über die Rolle von Quasaren, anderer kosmischer Strukturen oder der Gravitationskraft, waren sie mit heutigen wissenschaftlichen Mitteln nicht nachprüfbar.

Wie lässt sich diese Vielfalt von vorgeblichen oder tatsächlichen Erscheinungsformen unserer 'Gesprächspartner' und die ähnlich große Bandbreite der Deutungsmöglichkeiten über die Entstehung des Phänomens so eingrenzen, dass sie einer wissenschaftlichen Untersuchung zugänglich werden?
Eine der Möglichkeiten besteht darin, sich bei der Untersuchung auf messbare Veränderungen des physiologischen Zustandes des Experimentators und auf die Messung möglicher Änderungen am technischen Kommunikationssystem selbst zu beschränken. Hierbei könnte man alle Spekulationen über den Hintergrund des Phänomens zunächst fallenlassen und sich lediglich auf objektiv nachweisbare Messungen verlassen.
Da solche Versuche bisher noch nicht unternommen wurden, ist es heute noch nicht möglich, ihren eventuellen Nutzen zum Verständnis der apparativen Transkommunikation zu beurteilen. Sollten sich jedoch mit dieser Methode Ergebnisse erzielen lassen, dann wäre nicht nur der Weg zu systematischen Verbesserungen offen, sondern auch ein wesentlicher Brückenschlag zu anderen – diesem Phänomen noch skeptisch gegenüberstehenden – Wissenschaften gemacht.

Medialität oder Technik – ein Ausblick

Bevor man damit beginnt, nach wissenschaftlich nachvollziehbaren Kriterien vorzugehen, müsste zunächst der Versuch unternommen werden, das vorhandene Wissen der fortgeschrittenen Experimentatoren auf diesem Gebiet zusammenzufassen. Das ist zurzeit noch nicht möglich, weil so gut wie keine detaillierten Dokumentationen über die jeweiligen Experimente und Erfahrungen vorliegen.
Die Publikationen der verschiedenen Arbeitskreise konzentrieren sich unverändert auf übermittelte Transinhalte und vernachlässigen dabei die subjektiven Bedingungen und die objektiven Methoden, die für die Entstehung der Ergebnisse verantwortlich waren.
Zum einen gibt es Experimentatoren, die ohne Anwendung irgendwelcher spezieller 'Transtechnik' die ungewöhnlichsten Ergebnisse erzielen, zum anderen existieren komplizierte technische Apparaturen, die von ihren Entwicklern als notwendige technische 'Brücke' zu anderen Existenzebenen angesehen werden. Es ist nicht einfach, einen fruchtbaren Meinungsaustausch zwischen diesen extremen Polen in Gang zu bringen.
Dennoch besteht eine Chance, die Entwicklung voranzutreiben, wenn sowohl die medialen Aspekte untersucht würden (wozu die Parapsychologie verschiedene experimentell bewährte Methoden bereithält) als auch die Details der technisch-physikalischen TK-Systeme einem entsprechend ausgebildeten Expertenteam zur Untersuchung verfügbar wären.

Wenn sich das eines Tages erreichen lassen sollte – wozu auch dieser Beitrag seinen Teil leisten will – dann wären wir einen entscheidenden Schritt weiter. Es sollte dann auch nicht mehr so schwierig sein, wohlwollende Kollegen aus anderen Wissenschaftsgebieten zu finden, die daran mitarbeiten könnten, das faszinierende und beunruhigende Phänomen der instrumentellen Transkommunikation aufzuklären und damit einen Entwicklungssprung in der Erforschung des menschlichen Bewusstseins einzuleiten.
Was immer dabei letztlich herauskommen mag, es wäre ein Unternehmen, das der besten Köpfe unserer Generation würdig wäre.

Dr. Vladimir Delavre, 1993

ZSTK Vol. II, No. 2, 1993, S.19-27


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