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Sterbebegleitung: Gesa Dröge - Jenseitskontakte: Dr. Ernst Senkowski

SYNCHRONIZITÄTEN - ZUFALL

Synchronizitäten - Zufall

Einführung
Ohne Halt bis Koblenz
Der Bogenschütze - Ein Bericht aus dem Jenseits

Einführung

Der Psychologe C. G. Jung und der Physiknobelpreisträger Wolfgang Pauli haben Mitte des vorigen Jahrhunderts den Begriff 'Synchronizität' (abgeleitet von 'synchron' = 'gleichzeitig') eingeführt, um damit das als sinnvoll empfundene Zusammentreffen subjektiver psychischer mit objektiven materiellen Ereignissen zu beschreiben, deren Ursachen sich nicht erkennen lassen.
Das hier geschilderte Erlebnis ist in seiner Gesamtheit beispielhaft für eine Synchronizität: Der inneren Dynamik mit dem Wunsch, den Dienstort rechtzeitig zu erreichen, kommt der nicht erklärte Ausfall der beiden Signalanlagen der Lokomotive ebenso entgegen, wie die letztlich zum Ziel führende Verspätung eines Zuges.
Bis heute wird in diesem Zusammenhang die Gültigkeit  des Kausalitätsprinzips diskutiert, nach dem  wir alle Ereignisse als Wirkungen von Ursachen erklären. In gewisser Weise  sind die Synchronizitäten akausal, obwohl der Sinn als steuerndes Moment erscheint. Möglicherweise lässt
sich dieses Dilemma erst dann auflösen, wenn man nicht mehr versucht, die Kausalität auf Zusammenhänge anzuwenden, die die Grenzen von Raum und Zeit überschreiten.                                --> Seitenanfang

Ohne Halt bis  Koblenz

Man schrieb den 18. Februar 198X. Der Vater, Physikdozent an einer höheren Lehranstalt, kam spät nachmittags heim und machte einen außergewöhnlich nachdenklichen Eindruck. Darob befragt, berichtete er seinem angetrauten Weibe und der staunend lauschenden Kinderschar eines der seltsamsten Ereignisse seines bisherigen Lebens.
Er war neun Uhr morgens fort gegangen zum Bahnhof, um wie so oft von Mainz mit einem Nahverkehrszug zu seinem Dienstort Bingen zu fahren. In  der am Wege liegenden Buchhandlung hatte er eine lang erwartete Neuerscheinung abgeholt und war wenige Minuten später, völlig vertieft in das Buch, in den soeben eingefahrenen Zug gestiegen. Am Rande seines Bewusstseins wunderte er sich: 'Seltsam ein D-Zug-Wagen, prima, ein ganzes Abteil für mich allein, so bequem sollte es eigentlich immer sein, kaum zu merken, wie schnell man fährt! Und erst die Lektüre, richtig spannend, ein neues Buch über PSI! Gibt es das wirklich?'
Schnell... schnell... schnell... Moment, wieso eigentlich schnell? Wo sind wir überhaupt? Sieht aus wie Bingen, aber der hat doch gar nicht gehalten?! Irgendetwas stimmt nicht! Uhrzeit? 09:39! Und dein Zug fährt erst in fünf Minuten in Mainz ab! Du Trottel bist zu früh eingestiegen am richtigen Gleis und sitzt nun in einem falschen Zug!
'Hallo, Herr Zugführer! Können Sie mir sagen, was für ein Zug das hier ist?'
'Gewiss, mein Herr! Der Wien-Holland-Express. Wir fahren ohne Halt bis Koblenz.'

Oh je, das kann heiter werden! Elf Uhr Termin in der Schule. 100 km bis Koblenz und zurück. Fahrgeld, Zuschlag, unmöglich. Welch ein Ärger! Was kann man da bloß machen? Gar nichts? 'Fahrkartenkontrolle!'
Winzig und unbedeutend erscheint das lächerliche Kärtchen hier im Express vor den gestrengen Augen des verwunderten Schaffners.
'Muss ich jetzt nachzahlen? Wann kann ich denn in Bingen sein?'

'11:34 - melden Sie sich bitte in Koblenz beim Aufsichtsbeamten!'

'Noch eine Frage, bitte: Hält so ein Zug nicht auch mal außerplanmäßig?'
Achselzucken, Kopf schütteln: 'Wohl kaum...!'

Oh, dieser Ärger! Natürlich, das PSI-Buch ist schuld! Gedanken wirbeln im Kopf wie aufgescheuchte Spatzen. Vergebliche Versuche, weiter zu lesen. Und immer wieder:
'Ob er nicht vielleicht doch irgendwo stoppt?'
Die Landschaft fliegt vorbei. Bingen bleibt zurück.
'Irgendwo, schön passend zum Aussteigen und Zurückfahren, müsste er stehenbleiben!' Signalhorn! Tunnelschwärze - Tageslicht. Signalhorn - Tunnel. Aber das Horn brüllt weiter, hört nicht auf. Der Tunnel dröhnt ohrenbetäubend. Die Geschwindigkeit nimmt ab, die Dunkelheit weicht. Bremsen kreischen: Halt! Und immer noch brüllt das Horn!
Ob ich hinaus kann? Blick aus dem Fenster: Der Zugführer auf dem Gleiskörper schaut ratlos hinauf zur Lok und plötzlich:
Stille.
'Ich würde ihm geradewegs in die Arme springen, Anzeige wegen Transportgefährdung - das geht nicht!'
Und schon erklettert der Zugführer den Wagen, knallt die Tür zu. Ein leichter Ruck, Die Räder beginnen zu rollen. Die Wagenschlange neigt sich sanft in eine Kurve.

'Also, das darf doch nicht wahr sein, wirklich: echt gemein! Fast noch ärger als zuvor: kaum 100 Meter zum Bahnhof St. Goar!'
Da sitzt man wie die Maus in der gepolsterten Falle und könnte zerplatzen vor Wut über die verpasste Gelegenheit! Der reinste Hohn:
'Ohne Halt bis Koblenz!'

'Aber wenn der wider Erwarten, und so unwahrscheinlich das auch sein mag, noch einmal halten sollte, dann raus, egal wie!'

Wieder rauschen Bäume, Häuser und kleine Bahnhöfe vorüber, etwas langsamer als zuvor. Hinter Hirzenach gibt eine lang gezogene Kurve den Blick frei auf den Rhein. Und, oh Wunder, der Zug bremst. Bremst... 'Er bremst wieder!'
Gangfenster! Rechts und links alles klar. Stillstand. Tür am Wagenende. Zugführer? Dieses Mal bin ich schneller! Eisenbahnerkind. Flüchtige Nachkriegserinnerungen: Hamsterfahrten - Kohlenklau. Schwellen. Schottersteine. Und eine resignierende Stimme:
'Sie können hier doch nicht einfach aussteigen ...!'
'O doch, kann ich!'

Bin ja schon über die niedrige Begrenzung auf die Straße gesprungen, die Aktentasche mit dem fatalen Buch fest unter dem Arm! Der Zug setzt sich in Bewegung:

'Winke, winke! Gute Reise ohne Halt bis Koblenz! Und schönen Dank auch!'
Ein kurzes Wegstück zurück zum Bahnhöfchen.
Stationsvorsteher:
'Der Zug nach Bingen hat einige Minuten Verspätung, muss gleich eintreffen!'
'Danke!'

Aufatmen. Ein paar Pfennige für die Rückfahrt. Rechtzeitig kurz vor elf Uhr erreiche ich meinen Dienstort.
Während der folgenden Tage stellt ein benachbarter hilfsbereiter Bundesbahnbeamter fest, dass längs der Strecke vom außerplanmäßigen Halten meines Zuges nichts bekannt ist. Fast könnte man glauben, das Ganze sei geträumt, aber schließlich sind Fahrkarten greifbare Beweismittel. Endlich gelingt es, den Lokführer ausfindig zu machen. Am 24. 2. schreibt er:
'Sie unternahmen also eine unfreiwillige Bahnfahrt, die mit einigen glücklichen Zufällen endete. Ich bin gern bereit, mich mit Ihnen zu treffen.'

Hier sein Bericht:

'Ja, wissen Sie, das war schon eine recht ungewöhnliche Sache. Vor der zweiten Tunneleinfahrt betätigte ich das mit Druckluft betriebene Horn wie üblich, aber es ließ sich am Tunnelende nicht ausschalten. Das kommt praktisch nie vor. Ich dachte, das Steuerventil könnte sich verklemmt haben, hielt an, ging in den Maschinenraum und schloss das Hauptventil. Danach fuhr ich weiter, jedoch versagte bei der Kontrolle die zusätzlich vorhandene Pfeife, vielleicht war deren Elektronik gestört. Aus Sicherheitsgründen ist in einem solchen Fall verringerte Geschwindigkeit vorgeschrieben. ich wollte aber eine merkliche Verspätung vermeiden, die immer zu Unannehmlichkeiten für die Reisenden und zu Schwierigkeiten mit der Fahrdienstleitung führt. Daher entschloss ich mich, nördlich von Hirtzenach erneut zu halten. Beim Öffnen des Hauptventils war alles in Ordnung, und ich konnte die Fahrt ohne weitere Störungen fortsetzen. Die spätere Überprüfung und Fehlersuche blieben ergebnislos. Während unserer mehrjährigen Praxis ist mir und meinen Kollegen kein vergleichbarer Fall bekannt geworden.'
Gibt es eine Erklärung? Nein! Aber es gibt Beschreibung:
Handelte es sich um eine Gruppe zielführender Synchronizitäten nach Jung-Pauli?? Oder in modernerer Sprechweise um 'mind over matter - 'Psychokinese im affektiven Feld' – um einen von sinnvollem Spukfall ? ?'

Sicher ist nur: Ich war äußerst verärgert, emotional aufgeladen und ersehnte einen außerplanmäßigen Halt, um möglichst pünktlich Bingen zu erreichen. Zwei voneinander unabhängige, außergewöhnliche, ungeklärte vorübergehende Störungen in der Signalanlage der Lok ermöglichten die Verwirklichung meines Wunsches am rechten Ort zur rechten Zeit. Dazu kommt noch die Verspätung des Rückzuges. Ein bisschen viel auf einmal? Eine unglaubliche Geschichte mehr? Wie heißt es doch im Märchen:
'In alten Zeiten, als das Wünschen noch half'.
Kehren solche Zeiten im Zeitalter der Technik vielleicht sogar wieder?


Überarbeitung im Oktober 2013.


Der Bericht wurde in Rainer Holbes Knaur Lesefestival - Unglaubliche Geschichten 1349 (RTL-Edition) - München 1985, S. 270 ff., unter dem Titel 'Im Wien-Holland-Express' veröffentlicht.


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Der Bogenschütze - Ein Bericht aus dem Jenseits


Wir haben diesen skurrilen/mysteriösen 'Bericht aus dem Jenseits' des irdischen Autors Gerald Dittel (siehe
Spukfall Neuwied-Oberbieber) den Synchronitizäten zugeordnet, da der unglückliche Pfeilschuss und das Auffinden des Getöteten, der sich möglicherweise selbst erschossen hat, verschränkt sind. Unsere Logik macht (Zeit-)Sprünge. Springen Sie mit!

Wenn ich heute die Ereignisse jener Zeit zu erinnern versuche, dann erscheinen sie mir so sonderbar und fern jeder Logik, wie manches andere vor meinem Übergang. Mit den Schleiern der Zeit verdichten sich auch die Zweifel an der bisher gewohnten Realität. Nun – ich gebe einfach wieder, was ich in meiner Erinnerung vorfinde.
Es war eine schwierige, eine angespannte Zeit. Die mit dem Berufswechsel verbundenen Anstrengungen verstärkt durch übertriebenen Ehrgeiz, belasteten nicht nur mich, sondern auch die Beziehung zu meiner Lebensgefährtin. Zwar glaubte ich, die Aggression im Griff zu haben, die mir der selbst auferlegte Druck bescherte, doch zahlreiche, scheinbar grundlose Wutausbrüche offenbarten die inneren Spannungen. Als einzigen Ruhepol gestattete ich mir an manchen Tagen die Passion des Bogenschießens. Diese Sportart faszinierte mich damals, weil sie eine überlegene Ruhe verhieß, die mir offensichtlich abging. Außerdem genoss ich die Stille des Waldstücks, das ich mir zum Üben ausgewählt hatte. Es war ein Sandplatz, der die Pfeile schonte und gut einsehbar war; er bot die Gewähr, dass kein Tier oder Spaziergänger unvermutet in die Schusslinie laufen konnte. Das Schießen im Verein übte keinen Reiz auf mich aus da ich Gruppen und Klüngel allgemein zu meiden suchte. Ich hatte mir eine leistungsfähige Ausrüstung zugelegt und machte im Laufe des Sommers gute Fortschritte.
An einem der milden Herbstabende passierte das erste jener Ereignisse, das mich für geraume Zeit völlig verwirrt und besorgt zurückließ. Ich versuchte mir zu sagen – und auch meine Freunde unterstützten diese These – dass ich eine 'Vision' gehabt haben müsse. (etwas, das in meinem damaligen Weltbild unter 'lächerlich' abgeheftet war), doch die Realität dieser 'Erscheinung' war so erschreckend klar, dass ich mir diese Erklärung selbst nicht glaubte.
Es war im Zwielicht der Dämmerung, eigentlich schon kein Licht mehr zum Schießen, als ich beschloss, mit einer Serie von zwölf Pfeilen aufzuhören. Ich hatte den letzten Pfeil aufgezogen, die Sehne gespannt: jener kurze Moment der größten Anspannung und der größten Stille, bevor die Finger die Sehne frei geben und der Pfeil die Absicht mitnimmt, um sie mit ins Ziel zu tragen. In diesem Augenblick des Loslassens sah ich, wie sich jemand über meine improvisierte Zielscheibe aus Karton beugte. Ich erschrak furchtbar, aber der Bewegungsablauf war so unvermutet nicht mehr aufzuhalten. Der Pfeil zischte los und traf dort, wohin ich ihn geschickt hatte. Er traf den Mann (es war ein Mann, soviel hatte ich sehen können) seitlich in den Rücken. Der Getroffene brach zusammen, und ich war völlig starr vor Überraschung und Entsetzten. Trotz des Dämmerlichts war es eigentlich unmöglich, dass jemand hätte unbemerkt dorthin gehen können.
Ich versuchte, den Schreck abzuschütteln und rieb mir die Augen, um wieder hinzuschauen. Da war aber nichts. In der Zielscheibe steckten die meisten Pfeile. Kein Mann, niemand. Völlig perplex ging ich die restlichen Pfeile zu suchen. Einer fehlte. Ich musste ihn vor Schreck völlig verrissen haben, normalerweise lässt die große Sandböschung auch grobe Ausreißer ungestraft, doch diesmal war einer weg. Egal, völlig erschüttert machte ich mich auf den Heimweg.
Auf meine Frage 'Was war das?' hatte man viele Antworten, je nach Weltanschauung, aber keine konnte mich befriedigen. So ging dieses Erlebnis den, wie man heute weiß, üblichen Weg: als Kuriosum und Sinnestäuschung abgelegt in staubigen Kisten der Erinnerung, nachdem die aufgewühlten Wasser der Seele sich wieder beruhigt haben. Man kann sich arrangieren – ja, man muss es, wenn man nicht (ver-)zweifeln will.
So dachte ich im Laufe der Jahre nicht mehr daran. Meine Probleme hatte ich zu lösen gelernt und in einer anderen Gegend einen neuen Lebensabschnitt begonnen. Erst im 'vorgerückten Alter', wie man sagt, rief mich eine alte Verbindung in die damalige Heimat zurück. Ich nutzte die Gelegenheit, die Stätten der Erinnerung wiederzusehen. Ein Spaziergang führte mich in jenes Wäldchen, ich wollte sehen, ob es den Sandplatz noch gab, der mir einst so vertraut war. Es gab ihn, fast ohne Veränderung, man hatte ihn wohl bei der Ausdehnung der Stadt übersehen. Ich freute mich darüber und suchte die Stelle, wo alte Pappkartons das Ziel meiner Schießübungen gewesen waren, als ich das Gefühl hatte, beobachtet zu werden. Ich wollte mich gerade umdrehen und sah im Augenwinkel eine Gestalt, die auf mich mit einem Bogen zielte – etwa von der Stelle aus, an der ich früher zu üben pflegte. Doch bevor ich die Situation realisieren konnte, durchbohrte ein stechender Schmerz meine Lunge. Die Pfeilspitze trat aus der Brust aus – ich kannte sie – und mir wurde schwarz vor Augen.
Was dann folgte, so überwältigend es war, gehört in ein anderes Kapitel. Später erfuhr ich, dass mein Körper am Tag darauf von Spaziergängern gefunden wurde. Die Mordkommission fand keine Spur, weder Täter noch Motiv wurden sichtbar, man hatte nur den Pfeil und auch der verlief 'im Sande'. Nach der ersten Aufregung in der Tagespresse wurde der Fall folgerichtig zu den Akten gelegt, und man wandte sich neuen Schrecknissen zu. Man muss sich arrangieren, wenn man nicht zweifeln will. Zweifeln woran? An der Kausalität? An der Zeit? Oder womöglich an der gesamten 'Realität'? Davor möge uns die Wissenschaft bewahren!

Gerald Dittel

Quelle: ZSTK, Vol.II, No. 3, 1994
 

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